Am Freitag gaben wir mal wieder ordentlich Gas, um möglichst viele Sehenswürdigkeiten New Yorks zu Gesicht zu bekommen. Vormittags fuhren wir zum Central Park, um uns für ein paar Stunden Fahrräder auszuleihen und den Park unsicher zu machen. Das klappte ganz hervorragend. Die Fahrräder sind einfach, aber robust und stabil: eine Gangschaltung mit ein paar Gängen, zwei Handbremsen, auf Wunsch mit Fahrradkorb und Schloss. Wir nahmen 3 Räder, zwei Körbe und 2 Schlösser.
Ein paar Straßenecken schieben und dann ging es in den Park. Es ist Laborday Wochenende, was in Amerika mehr oder minder das Ende des Sommers bedeutet, aber auch einen garantiert freien Montag (halt den ersten im September). Da ist schon ab Freitag ordentlich was los. Morgens schon hatte irgendeine Veranstaltung im Central Park für Absperrungen gesorgt, so dass wir nicht gleich die übliche Runde fahren konnten.
Dieses Fahrradfahren im Central Park hat auch ein wenig was von Formel 1 – alle fahren in einer Richtung immer im Kreis gegen den Uhrzeigersinn um den Park herum. Es gibt Kennzeichnungen für Fußgänger und Jogger, langsame Radler, normale Radler, Rikschas und Fahrzeuge wie die Kutschen oder die Autos der Polizei oder der Parkverwaltung. Will man ausscheren, ist es auch ein bisschen wie bei einem Boxenstopp, man muss sich erstmal eine Lücke suchen und dann ausscheren. Das wieder einfädeln funktioniert dann ähnlich.
Nach dieser sportlichen Höchstleistung sind wir dann mit der U-Bahn zum Battery Park gefahren, an dem wir schon vor ein paar Tagen vergeblich das Skyscraper Museum gesucht hatten, welches wir diesmal besuchen wollten. Außerdem wollten wir uns schon mal die Tickets für den Segeltörn zur Freiheitsstatue sichern.
Gesagt, getan, Tickets reserviert und dann das Museum gesucht.
Es handelt sich zwar um ein sehr interessantes Museum, aber es ist doch recht klein und daher leicht zu übersehen. Nach einer Rund um den Block und dem wichtigen Hinweis aus dem Reiseführer, dass es gegenüber vom Jüdischen Museum liegt, welches deutlich sichtbar am Ufer gelegen ist, fanden wir den Eingang. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Entstehung am Anfang des 20. Jahrhunderts und der Umgestaltung des Times Square im Jahr 1984. Dann mit der Geschichte der höchsten Bauwerke der Welt, von den Pyramiden, über den Kölner Dom bis hin zum Burij Kalifa. Ein Verzeichnis der höchsten Gebäude der Welt zeigt, dass in New York schon längst nicht mehr die höchsten Gebäude der Welt stehen, aber ihre Entstehung in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts machen sie doch gegenüber modernen Wolkenkratzern zu etwas ganz besonderem.
So hat man in diesem Museum doch eine Menge gelernt, aber auf Grund des doch recht geringen Umfangs waren wir schon nach ca. 1 Stunde wieder draußen. Da blieben uns dann doch noch fast zwei Stunden bis zum Beginn des Segeltörns. Die verbrachten wir entspannt in kleinen Parkanlagen zwischen dem Museum und dem (in massivem Umbau befindlichen) Battery Park. Das Anstellen beim Zweimaster begann dann auch noch fast eine viertel Stunde eher als geplant, so dass wir schon 30 Minuten vor der Abfahrt in einer Schlange vor dem Steg darauf warteten an Bord kommen zu können.
Die Crew und der Kapitän waren genau so locker wie vor 2 Jahren beim Segeltörn eines anderen Anbieters. Scheint wohl ein eigener Schlag von Mensch zu sein, der so etwas anbietet. Die lockere Ansprache des Kapitäns, die wohl eigentlich den Safety Instructions an Bord eines Flugzeuges ähneln sollte, viel dann doch aber eher lustig aus und gipfelte in der Aussage, dass er und die Crew viele Arbeitsstunden in den Aufbau und den Erhalt des Schiffes gesteckt hätten, seit sie es vor 6 Jahren bei eBay ersteigert haben.
Bei wunderbarem Wetter war es dann ein wunderbares 1 1/2 stündiges Kreuzen vor Manhattan auf Höhe der Freiheitsstatue mit einer Menge deutscher Begleitung.
Um 18 Uhr ging es dann zurück an Land. Dort begaben wir uns zur wohl im Moment lautesten U-Bahn Station New Yorks, weil dort eine Röhre erweitert wird. Atemberaubendes Quietschen und Kreischen. Man war froh, dass die nächste Bahn bald kam und auch schnell abfuhr.
Wir fuhren bis zum Times Square und liefen dann zu unserem Hotel. Auf dem Weg besuchten wir wieder unseren Schnellimbiss vom ersten Tag *Abitinos Pizzeria‘ und nahmen uns ein paar Snacks mit ins Hotel.
Und dann war wieder ein wunderschöner Tag in New York zu Ende …